Steinzeug will EuroCeramic übernehmen
FRECHEN, 27.05.11 - Die Steinzeug Abwassersysteme GmbH, Hersteller von keramischen Rohrsystemen und Tochterunternehmen der Wienerberger AG, plant die Übernahme der niederländisch-deutschen EuroCeramic.
Am Mittwoch gab Steinzeug das Übernahmeangebot für die Wavin-Tochter EuroCeramic, einer der führenden Anbieter von keramischen Rohrsystemen, bekannt. Die Transaktion bringe Steinzeug deutliche Verbesserung der Wettbewerbsposition, teilte das Unternehmen mit. EuroCeramic verfügt über einen Produktionsstandort in den Niederlanden und erwirtschaftete im letzten Jahr mit rund 100 Mitarbeitern einen Umsatz von ca. 21 Mio. Euro. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion muss noch von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden.
„Mit dieser Transaktion ist uns ein wichtiger Schritt zum Ausbau unserer Marktposition gelungen“, sagte Heimo Scheuch, CEO der Wienerberger AG. „Wir haben damit eine starke Basis für weiteres Wachstum im Bereich keramischer Rohrsysteme geschaffen.“
Keramikrohre für Osteuropa
Keramische Rohre für die Abwasserentsorgung sind ein qualitativ hochwertiges Nischenprodukt. In vielen Märkten Westeuropas besteht ein großer Sanierungsbedarf; weite Teile Osteuropas müssen hingegen überhaupt erst erschlossen werden. Die Anschlussquoten in diesen Ländern bewegen sich zum Teil deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. Hier gibt es einen enormen Aufholbedarf – eine Lücke, die nicht nur die betreffenden Staaten selbst, sondern auch die Europäische Union in den nächsten Jahren durch entsprechende Förderprogramme schließen möchte. „Durch die Zusammenführung der beiden Unternehmen“, so Gernot Schöbitz, Geschäftsführer der Steinzeug Abwassersysteme, „erhalten wir für den europäischen Markt eine sehr schlagkräftige Organisation, mit welcher wir das vorhandene Marktpotenzial bestmöglich nutzen können.“
Die Steinzeug Abwassersysteme GmbH ist eine 100 %-Tochter von Wienerberger. Sie betreibt zwei Produktionsstandorte in Deutschland – in Bad Schmiedeberg und Frechen bei Köln – sowie ein Werk in Hasselt in Belgien mit einer Jahreskapazität von insgesamt 170.000 Tonnen. Mit rund 400 Mitarbeitern wurde im Jahr 2010 ein Umsatz von rund 70 Mio. Euro erwirtschaftet.