Linerendmanschette jetzt marktreif
Ein gutes Ende
GEISINGEN, 28.11.11 – Die Schwachstelle des Schlauchliners könnte jetzt ein gutes Ende finden: Mit einer neuen Linerendmanschette hat Uhrig eine überzeugende Lösung für die Schachteinbindung von Schlauchlinern vorgestellt.
Die Manschette sorgt für eine dichte Einbindung des Liners und schützt das Linerende vor Beschädigung durch mechanische Belastungen im Kanalbetrieb.
Die Grafik zeigt das Prinzip
der Linerendmanschette.
von Artur zu Eulenburg
Schlauchlining hat sich inzwischen zu einem technisch geregelten Standardverfahren entwickelt und ist die am häufigsten eingesetzte Renovierungsmethode in Deutschlands Kanalnetzen. Die über die Jahre immer weiter verfeinerten Maßnahmen zur Qualitätssicherung haben dazu geführt, dass der Liner selbst ein qualitativ hochwertiges Produkt darstellt und die ihm zugedachten Eigenschaften hinsichtlich Dichtheit, Statik und Langlebigkeit mit großer Zuverlässigkeit erfüllt.
Achillesferse Schachteinbindung
Dennoch gibt es nach wie vor zwei Schwachstellen bei einer Schlauchlinersanierung: Für die Einbindung der Seitenzuläufe und die Schachteinbindung existieren bis heute nur Lösungen, die mit der Qualität und der Dauerhaftigkeit des Schlauchliners nicht mithalten können und die für manchen Netzbetreiber die Kanalsanierung mit einem Schlauchliner grundsätzlich in Frage stellen.
Die bisherigen Lösungen einer händisch hergestellten Einbindung mit Mörteln, EP-Harzen oder GFK-Laminaten sind selbst bei aufwändiger Vorbereitung des Untergrundes nur sehr eingeschränkt in der Lage, eine dauerhaft dichte Anbindung des Liners an den Schacht herzustellen. Folge ist eine hohe Mängelquote bei diesen Verfahren.
Dicht an der Praxis entwickelt
Nun kommt die Firma Uhrig mit einem Produkt auf den Markt, das diese Probleme lösen soll. Auf Basis der über viele Jahre in der Reparatur von partiellen Schäden im Kanal erprobten und bewährten Quick Lock Edelstahlmanschette entwickelte Uhrig in enger Zusammenarbeit mit Kanalsanierungsunternehmen und Linerherstellern eine Linerendmanschette. „Die Idee für dieses Produkt entstand auf dem Schlauchlinertag im Jahr 2010, und heute können wir ein marktreifes System vorstellen, das sich an den Problemen und den Anforderungen der Praxis orientiert“, so Mark Biesalski, Leiter der Uhrig Kanaltechnik GmbH.
Bei der Umsetzung konnte man auf das Prinzip der Quick Lock Manschette zurückgreifen. Eine mit einer EPDM-Dichtung überzogene Edelstahlmanschette wird mit einem Druckluftpacker an der abzudichtenden Stelle im Kanal verspannt. Das spezielle Rasterschloss der Manschette sorgt dafür, dass die Dichtung dauerhaft mit dem erforderlichen Druck an die Dichtfläche gepresst wird. Dieses seit 15 Jahren im Kanal tausendfach bewährte Prinzip hat auch bei der Linerendmanschette große Vorteile. Die Dichtwirkung wird nicht durch Materialverbund, sondern durch Kompression eines dauerelastischen Dichtungsmaterials erreicht. Dadurch ist die Manschette auch in der Lage, geringfügige Bewegungen des Liners im Einbindebereich zu kompensieren.
Auf Herz und Nieren geprüft
Bevor die ersten Linerendmanschetten an die Kunden ausgeliefert wurden, musste sich das Produkt zunächst beim IKT- Institut für unterirdische Infrastruktur einem harten Prüfprogramm unterziehen. Dazu gehörte eine Außenwasserdruckprüfung im Kurzzeitversuch mit 1,0 bar und im Langzeitversuch über 1.000 Stunden mit 0,5 bar. Danach folgte die Überprüfung der Hochdruckspülbeständigkeit in Form einer Werkstoff- und einer Praxisprüfung nach DIN 19523. Anschließend wurde erneut die Dichtheit mit einer Außenwasserdruckprüfung mit 0,5 bar im Kurzzeitversuch getestet. Alle Prüfungen wurden bestanden.
Die Manschetten stehen in Kürze in den Dimensionen DN 150 bis DN 600 zur Verfügung. Noch in diesem Jahr rechnet Mark Biesalski mit der Erteilung der DIBt-Zulassung – für ein Produkt, mit dem eine Achillesferse des Schlauchliners in Zukunft zuverlässig geschützt werden kann.
Ausführlichere Informationen lesen Sie in der nächsten Ausgabe der bi UmweltBau.