Direct Pipe schneidet im direkten Kostenvergleich im Verhältnis zum HDD-Verfahren überraschend gut ab.
Im Vergleich:
Direct Pipe kostengünstiger als HDD
KIEL, 01.02.12 - Ein exemplarischer Kostenvergleich zwischen dem gesteuerten Horzontalbohrverfahren HDD und Direct Pipe kommt zu erstaunlichen Ergebnissen. Das noch junge Verlegeverfahren Direct Pipe bietet deutliche Kostenvorteile.
Nachdem mit der neuen Verlegetechnik Direct Pipe inzwischen zahlreiche Projekte in Europa und den USA erfolgreich ausgeführt worden sind, stellt sich neben den technischen Vorteilen dieses Bauverfahrens natürlich auch immer die Frage der Wirtschaftlichkeit. An Hand eines fiktiven Beispielprojekts haben Jo Eising und Dr.-Ing. Rüdiger Kögler versucht, die kostenspezifischen Aspekte der beiden Verlegetechniken Horizontal Directional Drilling (HDD) und Direct Pipe (DP) einander nachvollziehbar gegenüber zu stellen und sind dabei zu erstaunlichen Ergebnissen gelangt.
Für den Kostenvergleich zwischen HDD und DP wählten die Autoren eine Gewässerkreuzung für eine 48“-Gasleitung (DN1200) von 900 m Länge in sandigem, teilweise kiesigem Baugrund.
Die folgenden 13 Parameter wurden in diesem Beitrag untersucht und bewertet:
- Bohrungslänge
- Bauzeit
- Personaleinsatz
- Gerätekosten
- Treibstoffverbrauch
- Bentonitbedarf
- Wasserverbrauch
- Deponiekosten Bohrspülung
- Deponiekosten Bohrklein
- Arbeitsfläche Rigsite
- Verankerung
- Arbeitsfläche Pipesite
- Rohrballastierung
Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass das Direct Pipe-Verfahren bei elf der untersuchten Aspekte zum Teil erhebliche Kostenvorteile gegenüber dem HDD-Verfahren aufweist. Bei einem Aspekt (Verankerung) ist das HDD-Verfahren klar im Vorteil, wobei dieser „Vorsprung“ nach Auffassung der Autoren reduziert werden kann, wenn praxisgerechte Verankerungen für den Pipe Thruster verfügbar sind. Der Aspekt der Gerätekosten ließ sich nicht hinreichend genau bewerten. Zurzeit liegt hier nach Einschätzung der Verfasser noch ein Vorteil beim HDD-Verfahren im Bezug auf die spezifischen Tagessätze. Dies könnte an der zurzeit noch besseren Auslastung der HDD-Anlagen liegen.
Für die Zukunft wird davon ausgegangen, dass bei Projekten, die aus technischer Sicht beide Bauweisen zulassen, das HDD-Verfahren auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten im Direct Pipe-Verfahren einen ernst zu nehmenden Mitstreiter bekommen hat. Eine solche Verschärfung der Wettbewerbssituation sei in der Vergangenheit schon oft die treibende Kraft für weitere Innovationen und Effizienzsteigerungen gewesen und sollte deshalb durchaus positiv im Hinblick auf die weitere Entwicklung bei großen Kreuzungsbauwerken gesehen werden, so das Fazit der Autoren.
Den ausführlichen Beitrag mit den detaillierten Ergebnissen finden Sie in der nächsten Ausgabe der bi UmweltBau.