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Zielsichere Herstellung und Anwendung von Flüssigboden

 

Seit einigen Jahren gewinnt der sogenannte Flüssigboden gerade bei Tief- und Straßenbaumaßnahmen zunehmend an Bedeutung. Flüssigboden bezeichnet dabei einen zeitweise fließfähigen, selbstverdichtenden und setzungsfreien Verfüllbaustoff, der aus aufbereitetem Bodenaushub unter Zugabe von Wasser und einem Spezialbindemittel hergestellt wird. Nach abgeschlossener, auch mit Refixierung bezeichneter, Verfestigung soll sich der Boden bei Bedarf wieder leicht mechanisch lösen lassen.

 

 

Konsistenzbestimmung mit dem Ausbreitversuch

Von B. Eng. Jan Thelen, Prof. Dr.-Ing. Hans Paschmann
und Dipl.-Kfm. Dirk Hamelmann


Flüssigboden findet vorrangig bei der Verfüllung von Gräben im Straßen- und Rohrleitungsbau Verwendung. Darüberhinaus kann er auch bei der Verfüllung von Arbeits- und Hohlräumen oder im Deponiebau eingesetzt werden. Sowohl bezüglich der Qualität der Verfüllung als auch in wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht bietet der Flüssigboden entscheidende Vorteile. Mit herkömmlichen Methoden nur schwer zu verdichtende Bereiche können hohlraumfrei und setzungsfrei verfüllt werden. Zudem kann der Einsatz an Personal und Gerät aufgrund der selbstnivellierenden und selbstverdichtenden Eigenschaften des Flüssigbodens deutlich reduziert werden.

Versuchsprogramm

Eine gleichbleibend hohe Qualität der Verfüllung erfordert vom Ausführenden genaue Kenntnisse des Materialverhaltens von Flüssigboden unter Berücksichtigung der  maßgebenden Einflussgrößen. Dieser Beitrag enthält die wesentlichen Ergebnisse von systematischen Untersuchungen an der FH Aachen zu den Einflüssen der Bindemittelmenge und der Temperatur auf die Konsistenz und Druckfestigkeit des Flüssigbodens.
Als Ausgangsmaterial für den Flüssigboden wurde einheitlich ein bei einer Baumaßnahme anfallendes, weitgestuftes Sand-Schluff- Gemisch (SU) nach DIN 18196 mit einer Korngrößenverteilung nach Bild 1 verwendet. Als Spezialbindemittel wurde HAMIX S25 der NBB – Natur – Boden – Baustoff GmbH aus Kempen eingesetzt, das bereits in der Baupraxis Anwendung findet. Die Konsistenz des Flüssigbodens wurde wie bei Frischbeton mit dem Ausbreitmaß nach DIN EN 12350-5 bestimmt. Die Druckfestigkeit wurde im verformungsgeregelten Versuch an Würfeln mit 150 mm Kantenlänge bei einer Verformungsgeschwindigkeit von 1 mm/min geprüft.
Zur genauen Steuerung des Wassergehalts im Flüssigboden wurde das gesamte Ausgangsmaterial zunächst getrocknet und homogenisiert. Unmittelbar nach der jeweiligen Herstellung wurden die Probekörper bis zum vorgesehenen Prüfalter unter konstanter Temperatur und vor dem Austrocknen geschützt in Klimaschränken gelagert. ...

 

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