Das System Canusa
Passend wie eine zweite Haut
Erdverlegte Rohre nachträglich umhüllen und zuverlässig vor Korrosion oder Wurzelverletzungen zu schützen, Rohrverbindungen abdichten, Leitungen nachdämmen und Beschädigungen an Originalumhüllungen schließen – das alles können Schrumpffolien leisten.
Die Schrumpfmanschetten vom Typ KLOX eignen sich mit ihrer extrem hohen Schrumpfrate von 65% zur Flanschnachumhüllung von DN 50 bis einschließlich DN 200. Foto psi
Die PSI Products GmbH stellt als Spezialist für Pipeline- und Rohrleitungszubehör die Folien des kanadischen Herstellers Canusa in ihren Verarbeitungsvarianten vor.
Die Schrumpftechnik funktioniert nach folgendem Prinzip: Das bei Wärmeeinwirkung schrumpfende Trägermaterial einer Schrumpffolie besteht aus molekularvernetztem Polyethylen (PE). Es ist mechanisch stark belastbar und resistent gegen aggressive Elemente. Durch eine energiereiche Elektronenbestrahlung verbinden sich die ursprünglich schwach zusammenhaltenden Kohlenwasserstoffketten zu einem stabilen Netz. Dieses Netz wird durch Erwärmung mittels eines Propangasbrenners elastisch und verformbar, ist aber unschmelzbar. Das mechanisch aufgeweitete Material wird um den abzudichtenden Rohrbereich geschrumpft. Beim Abkühlen wird es im verformten Zustand fixiert.
Die Schrumpffolie passt sich an die unterschiedlichsten Konturen an, überbrückt Verbindungen, verfüllt Unebenheiten oder kann zur Reparatur beschädigter Werksumhüllungen dienen. Der Abdichtungsprozess wird durch die während der Verarbeitung entstehende Schrumpfspannung des Trägermaterials unterstützt. Je höherschrumpfend die Folie ist, umso größere Differenzen im Querschnitt von Rohren können überbrückt werden.
Der eigentliche Korrosionsschutz besteht aus einem dauerelastischem Schmelzkleber, mit dem die Folie beschichtet ist. Der Kleber verflüssigt sich bei der Erwärmung der Folie und benetzt die zu umhüllende Oberfläche, füllt Absätze und Übergänge aus und gibt nach der Abkühlung dem System die erforderliche Schäl- und Scherfestigkeit. Für tägliche und extreme Anwendungen stehen diverse Klebersysteme in unterschiedlichen Festigkeiten zur Verfügung.
Canusas Folien gibt es für individuelle Dichtungslösungen und jede Baustellensituation als Manschette vorkonfektioniert, in Schlauchform oder als Rollenware.
Montage und Verarbeitung vor Ort sind in jeder Variante einfach und zuverlässig.
Mit Schrumpfschläuchen PMO können Steckmuffen aus duktilem Gusseisen oder Stahl mit äußerer PE- oder Faserzement-Werksumhüllung wie etwa der Typen Tyton und SMLP nachträglich umhüllt werden. Die Schrumpfschläuche PMA (hochschrumpfend für die Überbrückung extremer Querschnittsveränderungen) oder PLA (niedrigschrumpfend) werden bei Kupplungen und Verschraubungen verwendet. Sie können ebenfalls zur Nachumhüllung von Schweißnähten eingesetzt werden.
Eine nachträgliche Umhüllung ist mit diesen Schläuchen nicht möglich, dafür aber mit Manschetten.
Mit den Schrumpfmanschetten WLO, WLA können Schweißnähte nachumhüllt werden, um sie vor Korrosion zu schützen. Mit ihren separaten Verschlussstreifen eignen sie sich zur nachträglichen Montage. Als hochschrumpfende Rollenware WLOX bieten die Manschetten Abdichtung und Wurzelschutz an drucklosen Abwasserrohren aus unterschiedlichsten Materialien wie Steinzeug, PVC, PE, PP, Guss, SLM und Betonrohr (nach Primer-Voranstrich). Sie ermöglichen eine zuverlässige Abdichtung, eignen sich jedoch nicht für die Aufnahme von Rohrlasten.
Sie können außerdem für die korrosionsschützende Nachumhüllung von Steckmuffen (mit DVGW-Zulassung) etwa der Tyton- und SMLP-Typen eingesetzt werden. Auch diese Manschetten können dank des separaten Verschlussstreifens nachträglich montiert werden. Die Rollenware kann ab einer Nennweite von DN 80 eingesetzt und manuell abgeschnitten werden. Damit deckt das Produkt alle Anwendungen und Nennweiten ab und verringert die Lagerhaltungskosten.
Mit der extrem hochschrumpfenden Variante KLOX können Flansche und Muffen nachumhüllt werden.
Das Schrumpfband HCA wird zur Nachumhüllung von Rohrbögen und Abzweigungen aus duktilem Gusseisen oder Stahl sowie für Schweißnähte eingesetzt. Dabei werden die Rohrbögen im Wickelverfahren umhüllt. Der Anpressdruck entsteht hier durch die Schrumpfspannung und nicht durch manuelle Überstreckung, ein Vorteil gerade bei geringen Aussentemperaturen.
Beschädigte Stellen einer Originalumhüllung lassen sich ohne großen Aufwand mit dem Reparaturpflaster CRP und kleinere Löcher mit dem CRP-Filler schließen. Auch zur Umhüllung von Aufschweißelektroden ist CRP geeignet. Pflaster und Filler sind auch als Rollenware erhältlich und eignen sich zur nachträglichen Montage.
Schrumpfkappen mit Innenkleber werden für den staub- und feuchtigkeitsdichten Abschluss von Kabeln und Rohren verwendet. Komplettiert wird die Produktpalette durch dünn- und mittelwandige Schläuche für Industrie- und Kabelanwendungen.
Infos: www.psi-products.de
Dieser Artikel wurde in der bi-UmweltBau 6-2011 veröffentlicht.